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Warum Mainz die Mainzelbahn braucht!
Die Argumente für den Ausbau des Mainzer Straßenbahnnetzes !
· Die Straßenbahn bietet enorme Chancen für die Stadtentwicklung.
Die Straßenbahn ist am besten in der Lage, den „Modal Split“ (Verkehrsanteil) zugunsten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu verändern. In vielen Städten wurde bzw. wird die Straßenbahn neu eingeführt oder erweitert. In Deutschland mit großem Erfolg u. a. in Erfurt, Freiburg, Karlsruhe, Kassel und Saarbrücken. Weltweit sind derzeit rund 100 Straßenbahn-/Stadtbahnprojekte im Bau/in Planung.
· Die Straßenbahn schließt nachfragestarke Ziele an die Schiene an.
Die Mainzelbahn bringt für folgende Ziel- und Quellpunkte ein hochwertiges ÖPNV-Angebot mit Schienen-Anschluss:
- Universität Mainz mit über 35.000 Studenten und Mitarbeitern
- Fachhochschule Mainz mit über 5.000 Studenten und Mitarbeitern
- neue Studentenwohnheime
- neues Stadion für Mainz 05 (ca. 20 Tage/Jahr mit rund 30.000 Besuchern)
- westliche Teile des Stadtteils Mainz-Bretzenheim
- Haifa-Allee mit vielen großflächigen Einkaufsmärkten und Gewerbebetrieben
- Einkaufszentrum "Gutenberg-Center"
- neue Wohngebiete in Mainz-Marienborn („Hinter den Wiesen“)
- Verknüpfung zur Bahnstrecke Mainz – Alzey am Bahnhof Mainz-Marienborn
- Schott-Forschungszentrum
- Europas größte Sendeanstalt (ZDF und 3sat)
- Zentrale der Verlagsgruppe Rhein-Main
- Stadtteil Mainz-Lerchenberg
· Studenten kommen mit der Straßenbahn besser ans Ziel.
Insbesondere zwischen Hauptbahnhof und der Mainzer Universität (die sechstgrößte in Deutschland) ist heute bereits alle 1,5 Minuten ein Bus unterwegs! Es fahren hier 15 Buslinien (13 Tages- und 2 Nachtlinien). Ein Teil dieser rund 1.000 Busfahrten pro Tag lässt sich mit der Straßenbahn wesentlich ökonomischer und ökologischer abwickeln als heute. Und die geplante Haupthaltestelle für die Straßenbahn vor dem Uni-Haupteingang entlastet dann alle anderen Bushaltestellen - und die angespannte Verkehrslage an diesem Kreuzungsbereich.
· Die Straßenbahn reduziert Kapazitätsengpässe bei starken Buslinien.
Auf vielen Buslinien treten regelmäßig Kapazitätsengpässe auf. Die Busse sind sehr voll. Die Kapazitäten auf den betroffenen Busstrecken und an den Bushaltestellen lassen kaum noch zusätzlichen Busverkehr zu. Im Bezug auf den Straßenbahnausbau sind dies besonders die Buslinie 6/6A und Campus-Buslinie 69.
· Straßenbahntrassen können gut dem Stadtbild angepasst werden.
Einschneidende Veränderungen des Ortsbildes müssen nicht sein. Es gibt genug Beispiele für gelungene und platzsparende Lösungen für die Führung der Trasse, vom Rasengleis, Führung auf der Straße, mit Ampelvorrangschaltung an Engstellen bis hin zur künstlerischen Gestaltung von Oberleitungen und Haltestellen. In Mainz braucht man sich als Beispiel nur den Schillerplatz, die Breite Straße in Gonsenheim und die Rasengleise in der Pariser Straße anzuschauen.
· Ein attraktiver ÖPNV ist für Mainz ein Standortvorteil.
Ein attraktiver ÖPNV wirkt sich sowohl hinsichtlich des Einzelhandels als auch bei der Ansiedlung neuer Unternehmen und der Auswahl des Wohnortes positiv aus. „Straßenbahn-“ oder „S-Bahn-Anschluss“ in einer Immobilienanzeige wirkt anziehender als „Nähe Autobahnanschluss“ oder „Nähe Flughafen“. Der Ausbau stärkt den Standort Mainz im Wettbewerb der Region um Arbeitsplätze und Einwohner.
· Straßenbahnen reduzieren PKW-Verkehr und Parkplatzbedarf.
Untersuchungen zeigen, dass nach dem Ausbau von Straßenbahnnetzen das Verkehrsaufkommen im Pkw-Verkehr abnimmt. Mit entsprechenden positiven Auswirkungen wie z.B. verringertem Parkplatzbedarf und Parkplatzsuchverkehr in Innenstädten.
· Straßenbahnen werden von Fahrgästen besser angenommen als Busse.
Das ist weltweit nachweisbar und wird als „Schienenbonus“ bezeichnet!
· Straßenbahnen sind klimafreundlich und erzeugen keine Abgase vor Ort.
Straßenbahnen ersetzen Pkw- und Busfahrten und reduzieren somit die von Pkw und Bussen ausgehenden höheren Lärm- und Abgasemissionen. Der zudem geringe Energiebedarf der Straßenbahn kann umweltfreundlich durch regenerative Energien erzeugt werden, so dass die Straßenbahn ein Beitrag zu Klima- und Umweltschutz darstellt.
· Straßenbahnen sind pünktlicher, komfortabler und schneller als Busse.
Auf überwiegend eigener Trasse kommt die Straßenbahn schneller und pünktlicher voran. Durch die leisen und geräumigen Fahrzeuge ist man komfortabler unterwegs. Breite Türen sorgen für schnelleres Ein- und Aussteigen.
· Straßenbahnen sind das leiseste Verkehrsmittel im ÖPNV.
Durch die Elektromotoren sind die Straßenbahnfahrzeuge sehr leise, so leise, dass die Würzburger Straßenbahnfahrzeuge in der Fußgängerzone mit einem Extra-Klingelton auf sich aufmerksam machen müssen. Insbesondere wenn sie auf eigenständiger Trasse und auf „Flüstergleisen“ unterwegs ist, ist sie deutlich leiser als Bus oder Pkw.
· Straßenbahn-Fahrzeuge sind teurer, aber langlebiger, komfortabler und energieeffizienter.
Während die teureren Straßenbahn-Fahrzeuge mindestens 30 bis 40 Jahre genutzt werden können, sind Busse maximal 10 bis 15 Jahre im Einsatz. Trams können aber bis zu zwei Drittel mehr Fahrgäste befördern, verbrauchen dafür weniger Energie, speisen Energie beim Bremsen zurück, sind komfortabler und leiser als Busse. Auch steigende Kosten bei Personal und Energie sind mittelfristig zu berücksichtigen.
· Ein größeres Straßenbahnnetz ermöglicht einen wirtschaftlicheren Betrieb.
Die zentrale Infrastruktur der Straßenbahn, wie Werkstatt, Leitstelle, Reservefahrzeuge, kann in einem größeren Netz wirtschaftlicher betrieben werden. Der Ausbau sichert somit den Erhalt des attraktiven Straßenbahnsystems in Mainz insgesamt.
· Straßenbahn als Teil eines bis ins Umland vernetzten ÖPNV-Systems.
Ein optimales Zusammenspiel von Bus, Straßenbahn und Eisenbahn im ÖPNV einerseits und mit dem Rad- und Fußgängerverkehr andererseits ist notwendig, damit die Mobilität umweltfreundlich gesichert werden kann. Je nach Ausbaustand des Straßenbahnnetzes wird und muss es ein darauf zugeschnittenes Busliniensystem mit Verknüpfungen auch zur Eisenbahn geben, das nicht nur die vorhandenen Haltestellen erschließt, sondern neue Verbindungen ermöglicht. Ziel ist und muss sein, mehr Fahrgäste für den ÖPNV in Mainz, aber auch vom Mainzer Umland in Rheinhessen zu gewinnen.
· Die Bundes- und Landeszuschüsse fließen für die Straßenbahn – oder gar nicht.
Die Zuschüsse vom Bund und Land aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) können ausschließlich zweckgebunden für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur eingesetzt werden, und nicht für andere Projekte. Und 2019 sollen die Zuschüssen auslaufen, so dass der Straßenbahnausbau in Mainz jetzt auf den Weg gebracht werden muss, um nicht leer auszugehen. Zuschüsse können nur fließen, wenn der volkswirtschaftliche Nutzen des Straßenbahnausbaus größer ist als die Kosten, was bei dem Projekt Mainzelbahn der Fall ist. Bei einem Verzicht auf die Bundes- und Landesgelder für die Mainzelbahn würden diese Gelder in Verkehrsprojekte anderer Städte fließen. Als z.B. Wiesbaden auf die Stadtbahn verzichtete, flossen die Gelder nach Kassel und Darmstadt.
· ÖPNV-Ausbau stärkt Barrierefreiheit mobilitätseingeschränkter Personen.
Behinderten- und altersgerechte Neu- bzw. Umbauten der Haltestellen im Hinblick auf die Belange der Straßenbahnfahrzeuge sind möglich und vorgesehen, selbstverständlich dann auch nutzbar für die an diesen Haltestellen weiterhin haltenden Busse. Fahrgäste mit Kinderwagen, Gepäck oder Fahrrädern sowie Rollstuhlfahrer, gehbehinderte und ältere Personen werden besonders davon profitieren. Mainz wird mit dem Straßenbahnausbau noch ein Stück barrierefreier!
· Straßenbahnen sind mindestens genauso sicher wie Busse.
Die Absicherung einer Straßenbahn (z. B. an Fußwegübergängen oder Kreuzungen) gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern ist umfangreicher (und daher auch teurer) als die eines Busses. Dieser hat nämlich gar keine, da er gegenüber dem Pkw keinen Sonderstatus besitzt. Es gibt zudem auch keine Erkenntnisse, dass sich Unfallzahlen mit Straßenbahn/Pkw/Fußgänger anders verhalten als die mit Bus/Pkw/Fußgänger.
· Im Planfeststellungsverfahren erfolgt eine Bürgerbeteiligung.
Nach Zustimmung des Stadtrats werden die Planungsarbeiten für den Straßenbahnausbau aufgenommen. Basis dafür und für die Zuschüsse bildet die Voruntersuchung zur Beurteilung des Nutzens, die „Standardisierte Bewertung“. Im Rahmen dieser Planung und des Planfeststellungsverfahrens wird auch eine Bürgerbeteiligung stattfinden, bei der auch sämtliche Einwendungen aller Bürger zu berücksichtigen und gegeneinander abzuwägen sind. Erst mit Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses kann mit dem Bau begonnen werden.
· Der Bau einer Straßenbahntrasse dauert nicht länger als von Straßen.
Die Bauphase im jeweiligen Bauabschnitt wird üblicherweise 1 bis 2 Jahre dauern und ist somit nicht länger als für Straßenaus- oder umbauten. Vorbereitende Verlegungen von Versorgungsleitungen und Wegen werden meist vorab und im Zusammenhang mit anderen Erneuerungsarbeiten ausgeführt.
· Straßenbahntrassen versiegeln den Boden nicht zusätzlich.
Auf eigener Trasse ist die Straßenbahn auf wasserdurchlässigem Schotterbett oder Rasengleis unterwegs, so dass es hier keine nennenswerte zusätzliche Bodenversiegelung gibt. Dort, wo sie im Straßenraum fährt, ist wie bei allen Straßen weiterhin Asphalt erforderlich.
· Hybrid- und Elektrobusse sind keine ausgereifte Alternative.
Die Technik hinsichtlich Hybrid- und Elektrobussen ist noch nicht ausgereift, die der Straßenbahnen schon. Sie würden zwar die Abgase vor Ort reduzieren, hätten jedoch die gleichen Kapazitätsprobleme wie die Dieselbusse und sind ohne eigene Trasse nicht schneller oder pünktlicher unterwegs als die Dieselbusse heute.