.

Gemeinsame Stellungnahme der Bürgerinitiative MAINZELBAHN - Ja bitte! und der Straßenbahnfreunde Mainz e.V. zu den Behauptungen der Bürgerinitiative gegen die Straßenbahn

Aussage der BI
„Mainzelbahn
Nein Danke!“

Stellungnahme der
BI MAINZELBAHN – Ja bitte! und der Straßenbahnfreunde Mainz e.V.

Die Bürgerinitiative „Mainzelbahn Nein Danke“ ist gegen den Bau der Mainzelbahn.

Das ist schade, denn eine Straßenbahn bietet enorme Chancen für die Stadtentwicklung über den eigenen "Vorgarten" hinaus. In vielen Städten wird die Straßenbahn erweitert oder sogar neu eingeführt.

Der bisherige ÖPNV deckt den Beförderungsbedarf aller Bürger völlig ab. Temporäre Fahrzeug-Engpässe ließen sich leicht organisatorisch mit den bestehenden Bussen lösen.

Auf der Buslinie 6 treten regelmäßig Engpässe auf und die Busse sind sehr voll. Die Kapazitäten der Strecken und Haltestellen lassen kaum noch zusätzlichen Busverkehr zu, die Campus-Buslinie 69 z.B. verkehrt heute schon nahezu im Minuten-Takt.

Ohne Not, eine solch einschneidende Orts- und Stadtbildveränderung anzustreben…

In den engen Ortsdurchfahrten in Bretzenheim z.B. am Gänsmarkt, Anzengasse, Ulrichstraße bietet die Aufteilung von Bus- und Bahnstrecke Entlastungspotential und somit auch ein Plus an Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Auch für die Lerchenberger Hindemithstraße mit ihrem großzügigen Straßenquer-schnitt eröffnet sich mit der Straßenbahn die Chance, auch Straßen, Fußwege, Parkplätze und Grünstreifen attraktiver und zeitgemäß zu gestalten.

…und Millionen Schulden…

Nach Aussage der MVG wird sich das Betriebsergebnis der MVG verbessern.

…aufzunehmen bei einer schrumpfenden Gesellschaft…

Die Prognose der Landeshauptstadt Mainz weist bis 2020 bei den Einwohnern lediglich einen Rückgang von 1,2 % aus. Für die Anzahl der Beschäftigten wird dagegen sogar ein Zuwachs um 3,3 % prognostiziert. Bei insgesamt sinkenden Bevölkerungszahlen wird die Zukunft einen Wettbewerb der Städte mit sich bringen. In dieser Entwicklung werden die Städte einen Vorteil haben, die einen attraktiven, umweltverträglichen ÖPNV anbieten können.

…macht keinen Sinn. Mehr Schulden und eine Vergrößerung des Bauprojektes, um eine Förderung des Bundes zu erlangen, machen das Vorhaben nicht sinnvoller.

Das Projekt wurde durch ein bundeseinheitliches standardisiertes Bewertungsverfahren, welches seit Jahren auf alle Infrastrukur-Bauvorhaben in der Republik angewandt wird, geprüft und es wurde ein volkswirtschaftlicher Nutzen nachgewiesen. Dieser wird zudem noch mal unabhängig vom Zuschussgeber Land/Bund geprüft.

Auswirkungen auf den Haushalt

Überschuldung der Gemeinde

Der Etat der Stadt Mainz wird nicht belastet.

Wirtschaftlichkeit der Bahn ist nicht gewährleistet

Trifft nicht zu, der volkswirtschaft-liche Nutzen ist gutachterlich belegt und nachvollziehbar. Auch das betriebswirtschaftliche Ergebnis der MVG wird nach Aussage der MVG nicht schlechter.

Ortsbildveränderung

einschneidende Ortsbildveränderung

Das ist eine subjektive Meinung! Der Bau der Bahn bietet auch Chancen für eine attraktive Neugestaltung von Ortsbildern.

Strom-Masten, teilweise mit Hochketten-Oberleitungen

Eine Detailplanung liegt noch nicht vor, sie wird aber auf die lokalen Randbedingungen eingehen müssen.

Weitere Lichtanlagen

Für Licht- und Ampelanlagen liegt noch keine konkrete Planung vor.

Übergroße dominante Haltestellen

Mit den konkreten Planungen der Haltestellen wurde noch nicht begonnen. Sie müssen die Gegebenheiten vor Ort berück-sichtigen. Im Zuge dessen müssen auch nicht behindertengerecht ausgebaute Bushaltestellen ersetzt werden. Der ÖPNV wird dadurch insgesamt barrierefreier.

Wegfall der bestehenden Buslinien (z.B. Buslinie 6)

Auch das Busnetz muss und wird sicher, z.B. auch mit neuen Direktverbindungen, optimiert werden.
Sicher ist: alle Haltestellen müssen weiterhin bedient werden, mit der Gesamtmaßnahme sollen ja Fahrgäste für Bus und Bahn gewonnen werden.

Umweltauswirkungen

Verlärmung sowie radikaler Eingriffe in die Natur

Gesamtlärmpegel sinkt, da weniger Bus- und sicher auch weniger Autoverkehr.

Rund 300 Bäume entlang der Streckenführung fallen

Es muss ein landespflegerischer Begleitplan erstellt werden, der Ausgleichsmaßnahmen für Flora und Fauna festschreibt.

Grünanlagen und Vorgärten werden geopfert oder enteignet

Für das heute vorhandene "Straßenbegleitgrün" müssen Ausgleichsflächen in unmittelbarer Nähe geschaffen werden. Der Großteil der benötigten Flächen ist schon heute im städtischen Besitz, sodass hier auch nicht in private Vorgärten eingegriffen werden muss.

Bodenversiegelung durch Gleisbett

Moderne Gleisanlagen werden heute mit versickerungsfähigem Rasen- und Schottergleisen gebaut. Lediglich Streckenabschnitte, die gemeinsam mit dem Autoverkehr genutzt werden, müssen wegen diesem weiterhin versiegelt bleiben.

Im Untergrund sich ausbreitender Körperschall an Gebäuden

Die Anforderungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes werden eingehalten. Um eine Plangenehmigung für das Vorhaben zu erhalten sind Schall- und Erschütterungsgutachten nachzuweisen.

Verkehrssicherheit

Straßenbahnen stellen aufgrund ihres hohen Fahrzeuggewichtes eine höhere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer als Busse dar

Die Bahn fährt nahezu ausschließlich auf eigener Trasse und ist somit auch konfliktärmer als ein Busbetrieb. Selbst in Bereichen mit Mischnutzung (z. B. Gonsenheim/ Breite Straße oder Schillerstraße) sind keine Unfallschwerpunkte vorhanden.

Wie verhält sich die Straßenbahn in Zonen mit Tempo 30?

Auch für Straßenbahnen gilt die Straßenverkehrsordnung, die Straßenbahnfahrer sind professionell ausgebildet.